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Zwei Modelle, ein gescheitertes Gespräch

Im April erscheinen Claude Opus 4.7 und GPT-5.5. Am 28. April scheitert in Brüssel der zweite Anlauf, die Fristen der KI-Verordnung zu verschieben — obwohl alle Beteiligten dasselbe wollen.

Der April 2026 zeigt die beiden Geschwindigkeiten dieses Themas nebeneinander. Auf der einen Seite die Technik: Am 16. April erschien Claude Opus 4.7, am 24. April GPT-5.5. Auf der anderen Seite die Regulierung, die im selben Monat einen Rückschlag hinnehmen musste.

Der Trilog, der nicht zum Ziel kam

In der EU verhandeln Rat, Parlament und Kommission den endgültigen Gesetzestext in sogenannten Trilogen. Zum «Digital Omnibus on AI» — dem Vorhaben, die Hochrisiko-Pflichten der KI-Verordnung zu verschieben — endete der zweite Trilog am 28. April 2026 ohne Einigung.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil Rat und Parlament ihre Positionen im März mit grossen Mehrheiten beschlossen hatten. Das Ziel war unstrittig; der Weg dorthin nicht. Der Verfahrensgang ist beim Parlament dokumentiert: Legislative Train des Europäischen Parlaments.

Einigkeit über das Ob ist noch keine Einigkeit über das Wie. Neun Tage später stand die Lösung.

Am 7. Mai 2026 kam die politische Einigung dann doch zustande — in einer Verhandlung, die am Abend des 6. Mai begann und in den frühen Morgenstunden endete.

Die Uhr lief

Was den April spannend machte, war der Kalender. Die Pflichten, um deren Verschiebung es ging, sollten am 2. August 2026 greifen. Ende April war offen, ob die Verschiebung rechtzeitig fertig würde.

Sie wurde es — aber knapp. Beschlossen im Juni, im Amtsblatt am 24. Juli, in Kraft am 27. Juli. Sechs Tage vor dem Stichtag.

Und die Modelle?

Claude Opus 4.7 am 16. April und GPT-5.5 am 24. April führten den Takt fort, der seit November 2025 anhielt. In der Gegenüberstellung liegt der eigentliche Befund dieses Rückblicks: Zwischen dem Vorschlag der Kommission im November 2025 und dem Inkrafttreten im Juli 2026 erschienen mindestens ein Dutzend neuer Modelle.

Ein Gesetzgebungsverfahren dauert länger als ein Modellzyklus. Das ist keine Kritik an der EU — es ist ein struktureller Umstand, mit dem jeder Betrieb rechnen muss, der auf eine Regel wartet, bevor er handelt.

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